
Natur & Landschaftspflege
Streuobstwiesen sind eine traditionelle Form des Obstanbaus, bei der hochstämmige Obstbäume unterschiedlichen Alters und verschiedener Sorten „gestreut“ auf Grünland stehen. Im Odenwald prägen sie seit Jahrhunderten das Landschaftsbild und gelten als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.
Was eine Streuobstwiese ausmacht
- Mehrstöckige Nutzung: Die Fläche dient doppelt – oben wächst Obst (Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen), unten wird gemäht oder das Grünland dient als Viehweide.
- Keine Spritzmittel: Im Gegensatz zur intensiven Plantagenwirtschaft wird in der Regel auf synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger verzichtet.
- Hohe Sortenvielfalt: Oft finden sich dort alte, regionale Robustsorten (z. B. Odenwälder Bohnapfel oder Brettacher), die widerstandsfähiger gegen Schädlinge sind als moderne Supermarktsorten.



Bilder zu Neuanpflanzungen in Bierbach seit 2022 und Regelmäßiges Pflegen und Baumscheibe gesäubert.



Säuberung, Rückschnitt und Mistelbefreiung von Streuobstwiese:



Nur der völlige Rückschnitt half, den Baum vor weiterer Vergreisung und Absterben zu bewahren. Das Ergebnis:
Wichtigkeit für den Odenwald
Beherbergen bis zu 5.000 Pflanzen- und Tierarten. Wichtiger Lebensraum für Steinkauz, Wendehals, Siebenschläfer, Wildbienen und Hornissen.
Grundlage für die traditionelle Odenwälder Äppelwoi-Kultur (Apfelwein) und lokale Keltereien.
Schützen Hanglagen vor Erosion, speichern Wasser im Boden und prägen den Übergang zwischen Dörfern und Wald.
Erhalt alter Genressourcen, die resistent gegen bestimmte Krankheiten oder Klimaveränderungen sind.